Über mich

Wer schreibt hier?  
„Die Frau mit den 300 Sachen“ (BRIGITTE 2015)

Mein geisteswissenschaftliches und theologisches Studium habe ich an der Universität Heidelberg absolviert. Hierbei beschäftigte ich mich insbesondere mit Spiritualität und ostasiatischen Religionen, Gesundheit, Wellness und Tourismus. Nach Abschluss meines Studiums war ich mehrere Jahre in der Sport- und Textilbranche tätig, wo ich unter anderem stellvertretende Filialleiterin war und eine Laufcoach-Ausbildung absolvierte. Danach machte ich mich selbstständig, wurde Laufcoach und Gesundheits-Autorin. Heute arbeite ich für einen medizinischen Onlineverlag, schreibe für Thieme, Random House, FOCUS, Brigitte und bin als Glückscoach unterwegs.

Mein Weg in die gelebte Einfachheit begann ähnlich wie bei vielen Minimalisten über die Erkenntnis, dass alles um einen herum einfach zu viel geworden ist: Klamottenberge stauten sich im Schrank, Bücher stapelten sich im Regal und Möbel standen ständig im Weg, so dass man sich regelrecht Platz erkämpfen musste. Job, Sport, Weiterbildung, Freunde und Hobbys wollten schließlich auch noch alle unter meinen Hut! Und so war klar, dass ich diesen bald aussortieren müsse!

 

Passt in 2 Koffer

Aus der Reduzierung meiner Arbeitsstunden und einer großen Spende meiner Kleidung, wurde ein regelrechter Frühjahrsputz – der sich über das ganze Jahr hinzog – und erst bei 300 Sachen sein Ende fand. Dies war und ist bis heute meine ganz persönliche Wohlfühlmenge.

Meine Kleidung passt in zwei Koffer (und das sind nur noch die liebsten meiner Teile) und das Geschirr beschränkt sich auf wenige schnell abwaschbare Utensilien – nie wieder Abwaschberge! Fahrrad, Laptop, Yogamatte, Handy und eine handvoll Bücher, die ich aktuell lese. Ich beschäftige mich nur mit Dingen, auf die ich tatsächlich Lust habe und für die ich nach der Arbeit auch genügend Zeit finde. Alles andere („für einen möglichen späteren Zeitpunkt“ oder „der Erinnerungen wegen“) wird bewusst LOSGELASSEN.

 

Täglich ein Stück Urlaub

Minimalistisch leben ist täglich ein Stück Urlaub für Kopf und Körper! Dafür lohnt es sich auszumisten, Platz zu schaffen, vermeintliche Aufgaben zu canclen und neu über die Gestaltung seiner eigenen Zeit nachzudenken.

Dafür steht 300 Sachen: Aufräumen, sich vom überflüssigen Ballast befreien, Zeit finden, SLOW werden, seiner Gesundheit wieder mehr Aufmerksamkeit schenken und für sich seine eigene Wohlfühlmenge herausfinden. Man braucht nicht viel, um glücklich zu sein. Wer Lust hast, dieser Simplizität auf die Schliche zu kommen, ist hier genau richtig.

 

Warum 300?

300 Sachen waren und sind bis heute meine ganz persönliche Wohlfühlmenge. Nur wenige Teile musste ich in den letzten Jahren seit der Minimalisierung tatsächlich austauschen. Denn bevor ich mir etwas Neues anschaffe, muss ein altes Teil dafür den Platz räumen – und das mit einer guten Begründung! Da ich alle meine 300 Sachen sehr wertschätze und sie zu meinen Lieblingssachen gehören, haben es neue Dinge ziemlich schwer, mich von Ihrem Mehrwert zu überzeugen.

 

Was sind das für 300 Sachen?

Alles an wichtigem Mobiliar (Bett, Tisch, Schrank) ist vorhanden. Waschmaschine, Fitnessgeräte, Herdplatte und Kühlschrank zählen ebenfalls zum Equipment – allerdings sind diese Teil der Wohnung (und Mietnebenkosten) und somit nicht in meinem Besitz. Das finde ich gut geregelt, denn ich zahle nur für die Nutzung, teile Geräte mit anderen und muss mich nicht um Instandhaltung oder Neuanschaffung kümmern. Der Kühlschrank ist übrigens die meiste Zeit aus!

Da ich seit einiger Zeit wieder viel unterwegs bin, wird Zuhause nicht mehr viel gekocht. Man kann sich wunderbar von kalten Speisen wie Rohkost, Salate, Nüsse, Joghurt, Gemüse, Obst oder bunten Müslis gesund und vollwertig ernähren. Der Wasserkocher erfüllt mir große Dienste – denn Kaffee und Tee genieße ich täglich!

Meine Kleidung besteht aus etwa 75 Teilen (inklusive Sommer- und Wintergarderobe), die man alle wunderbar miteinander kombinieren kann. Die Kleidungsstücke bestehen aus guter Qualität, sie sind zeitlos und manche von ihnen erfüllen sogar mehrere Funktionen. Jedes einzelne Kleidungsstück passt mir zu 100% und wird mindestens alle zwei Wochen getragen (es sei denn es handelt sich um ein wetterabhängiges Stück, wie die Winterjacke oder meine Ballerinas).

 

Nicht Middle Age – sondern Middle Way

Ich schätze hochwertige Materialien, Technologien und moderne Infrastrukturen. Es geht mir bei den 300 Sachen nicht um erzwungenen Verzicht, leidvolle Entsagung oder unfreiwillige Askese. Ich besitze einen tollen Laptop, ein Handy und einen Highspeed Internetzugang. Warm duschen, Ausgehen, Fitness und Bücherlesen gehören zu meinen Sternstunden. Nicht Mittelalter – sondern Mittlerer Weg ist mein Motto!

Mit 300 Sachen kann und will ich nicht die Welt retten. Aber man kann nachdenklicher konsumieren, sein Hab & Gut mehr wertschätzen und sich ein wenig befreien von der ständigen Gier nach mehr. Man muss nicht automatisch alles besitzen, sondern kann viele Dinge & Dienstleistungen einfach outsourcen. Bei 300 Sachen behält man stets den Überblick, hat seinen Haushalt schnell geordnet und gewinnt am Ende wertvolle Zeit! In dieser kann sich dann mit Dingen beschäftigen, auf die man tatsächlich Lust hat – ohne Stolpersteine, To-do-Listen oder irgendwelchen Ablenkungen.

Alles Andere („möglicherweise für einen späteren Zeitpunkt“ oder „der Erinnerungen wegen“) liegt entweder in der Vergangenheit oder in ferner Zukunft. Warum also nicht vollends den Blick auf die Gegenwart richten und jetzt, mit dem was ist, glücklich sein?!